Christine Kok training - Achtsamkeit - coaching
Christine Kok        training - Achtsamkeit - coaching

Achtsamkeit und Radikale Selbstakzeptanz

„Selbstmitgefühl beinhaltet keine Selbsteinschätzung. Es ist vielmehr die Bereitschaft, das eigene Herz für die Zerbrechlichkeit und Unvollkommenheit unseres Menschseins zu öffnen.“ KRISTIN NEFF

 

Warum Selbstmitgefühlstraining?

 

Das Streben nach Glück in unserer Welt

 

Alle Menschen streben danach, glücklich zu sein und ihr Leiden zu verringern. Wir hoffen alle, ein zufriedenes und gesundes Leben führen zu können und wünschen uns dies gerade zum neuen Jahr gegenseitig immer wieder. Manchmal ist es allerdings so, dass dieses Streben nach Glück verwechselt wird mit einem dauerhaften euphorischen Zustand. Den kann es allerdings genauso wenig geben, wie wir genug gegessen haben können, auf dass wir danach nie wieder Hunger verspüren.

 

Nichts desto trotz glauben wir (und die Welt um uns herum trägt nach Kräften zu dieser Überzeugung bei), einen Anspruch auf eben diesen permanenten Glückszustand oder zumindest doch auf ein Leben ohne Leiden zu haben. Die Wissenschaft und Werbung vermittelt den Eindruck, dass es immer noch ein Mittel gibt, das wir kaufen und ausprobieren können, um unseren (leidvollen?) Zustand zu verbessern, zu optimieren. In Zeiten des Internets, in denen wir als Vergleichsgröße nicht nur unser eigenes Umfeld sondern das der ganzen Welt heranziehen, findet sich garantiert ein Beispiel dafür, dass es doch noch besser gehen kann/ sollte/ müsste.

 

Und an wem liegt es, wenn dies nicht gelingt? Seit Kindesbeinen an bekommen wir antrainiert, dass es  wohl an uns selbst liegen muss. Wir sind unseres Glückes Schmied und wir sind auch selbst Schuld, wenn sich dieser Glückszustand nicht einstellen mag. Wenn wir trotz aller Anstrengungen nicht glücklich sind, sondern ganz im Gegenteil mehr leiden, Fehler machen, nicht so erscheinen, wie wir uns das wünschen.

 

Also bedeutet das bei vielen von uns: Mehr anstrengen! Mehr leisten! Mehr tun! Unter dieser Besessenheit vom Tun, von der Aktivität um jeden Preis und ohne nennenswerte Pausen, liegt aber noch ein Aspekt: unser tief verwurzeltes Bedürfnis, ein wertvolles Mitglied unserer Gemeinschaft zu sein (zu welcher Gemeinschaft wir uns auch immer zählen), um akzeptiert zu werden und dann uns auch (endlich) selbst akzeptieren zu können.

 

Stellen wir bei uns selbst diesen Wert in Frage, weil wir uns nicht glücklich fühlen, weil wir scheinbar unvollkommen sind, weil wir immer wieder (und oft auch noch dieselben) Fehler machen, wird unser innerer Kritiker aktiviert, unsere innere Stimme, die uns ursprünglich gutmeinend davor bewahren wollte, aus der Gemeinschaft ausgestoßen zu werden.

 

Diese innere Stimme kann allerdings sehr mächtig werden und so laut, dass wir sie andauernd hören in jeder nur erdenklichen Situation, in der wir etwas leisten müssen.

Wir finden dann auch gute Gründe für diese innere Stimme, schließlich wollen wir nicht verweichlichen, unseren „Drive“ verlieren oder in Selbstmitleid ertrinken. Also los, mach es besser, streng Dich mehr an, so reicht es noch nicht. Und unser kulturelles Umfeld tut das seinige dazu, um diese Antreiberstimme zu untermauern.

 

Obwohl sie uns im ersten Moment vielleicht antreibt, Fehler zu beheben, ist sie auf Dauer gesehen kein guter Ratgeber. Langfristig motiviert es uns viel besser, wenn wir uns selbst gut zu sprechen, wenn wir uns im Falle eines Missgeschicks trösten und uns dann Mut machen. Eben so, wie es ein gute Mutter mit ihren Kindern machen würde. Dies ist die Haltung des Selbstmitgefühls, das sieht, was ist und darauf freundlich und wohlwollend (aber nicht mitleidvoll!) reagiert. Dabei kann dieses Selbstmitgefühl uns zu weiser und entschlossener Aktion führen im Angesicht von Ungerechtigkeit oder Verletzung. Es ist also keineswegs ein passives Verharren in einer mitleidvollen Haltung.

 

Was aber hilft gegen diese innere Kritikerstimme wirklich?

 

Prof. Dr. Kristin Neff, die seit Jahren wissenschaftlich das  Thema  Selbstmitgefühl erforscht, hat in zahlreichen Studien bestätigt gefunden, dass „Menschen mit Selbstmitgefühl weniger ängstlich sind, leiden weniger unter Depression und neigen weniger oft zu Stress. Sie sind nicht so perfektionistisch (...), sie spüren weniger Scham, wenn ihr Körper nicht perfekt ist. Sie haben weniger Angst vor dem Scheitern, (...). Selbstmitgefühl steht auch mit vielen positiven Zuständen wie Glück, Optimismus, Zufriedenheit im Leben, Neugier, Kreativität und Selbstvertrauen in Verbindung.“

 

Es unterstützt also Freude und Glück, führt zu emotionaler Stabilität und zu genau der „weisen“ Motivation, mit der wir uns vergeblich durch unseren inneren Kritiker auszustatten versuchen. Kristin Neff zitiert dazu ihren Kollegen Michael Lury mit den Worten: „ ..., dass die Forschung über Selbstmitgefühl etwas langweilig wird, weil sie immer zum gleichen Ergebnis kommt. Selbstmitgefühl ist ein sehr starker Prädiktor für psychisches Wohlbefinden“ (NEFF, 2014).

 

Selbstakzeptanz in der Meditation zu üben bedeutet ein radikales Annehmen der Wirklichkeit in mir und um mich herum. Dies erreichen wir durch die vertiefende Praxis der Achtsamkeitsmeditation, in der wir unsere "weise Unterscheidungsfähigkeit" genauso üben wie "Wohlwollen und Freundlichkeit" allem Erleben gegenüber. In formellen und informellen Meditationen werden diese Themen im Kurs angeleitet und zusammen erfahren.

 

Der Kurs im "Compassion Training" (Refresher Kurs):

 

Was kann ein "Compassion Training", ein Training der radikalen Selbstakzeptanz bedeuten? Vielleicht ... mehr Mitgefühl mit mir selbst und mit anderen Menschen, ja mit allen Wesen zu entwickeln – nach dem Herzen zu leben, also nach dem, was meine Werte und Ideale sind, auf neudeutsch: authentisch sein! – sich selbst zu akzeptieren, in allen Lebenslagen, auch wenn ich im Außen scheinbar versage, wenn mir z.B. durch Krankheit meine Leistungsfähigkeit genommen wird – mit mir selbst achtsam zu sein und freundlich umzugehen, vermeintliche Fehler und Vorstellungen von der Welt zu „entkatastrophisieren“ – mir meiner Stärken und Fähigkeiten, zu denen ich immer Zugang besitze, egal in welcher Situation sich mein Leben gerade entfaltet, bewusst zu sein – Dankbarkeit zu empfinden, dass ich hier bin, dass ich diese Welt mit all ihrer Schönheit und ihren Wundern erfahre – zu erfahren, dass ich in der Welt gehalten bin ...

 

Dieser Kurs ist geeignet für Menschen, die schon Erfahrung mit der Achtsamkeitsmeditation besitzen und diese Seite der Meditation vertiefen möchten.

 

 

 

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"Der Acker tiefer Meditationspraxis braucht den Dünger tiefer Selbstakzeptanz und tiefen Selbsterbarmens. Aus diesem Grund ist ein freundlicher Umgang mit uns selbst nicht etwa Luxus, sondern eine unerlässliche Voraussetzung dafür, dass wir zur Besinnung kommen. Härte und Ehrgeiz führen dagegen letztlich nur zu Unbewusstheit und Gefühllosigkeit und weiterer Zersplitterung, wo die Meditation uns doch eigentlich die Gelegenheit geben soll, zu erkennen, dass wir bereits heil und völlig in Ordnung sind." JON KABAT-ZINN 2016

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Meditation über das Hören

 

Ich sitze, richte mich ein, sorge gut für mich, nehme meinen Atem wahr
und fange an zu lauschen.

 

Ich höre als erstes meinen eigenen Atem, ich bin ein wenig verschnupft,
es atmet mich etwas geräuschvoller als sonst.
Aha, noch nicht ganz wieder gesund.

Was wollte ich? Hören, nur hören.

 

Die Tonhöhe, die Lautstärke, das Auf- und Abschwellen,
ich höre laute Schritte auf der Treppe, wer ist noch da?
Ach ja, ... Denken, ein Gedanke. Wer ist da?
Nur Hören, ohne denken, ohne anhaften oder vermeiden,
ohne Geschichten im Kopf.

 

Was ist zu hören? Stille, ..... kein Hören, ..... atmen,
und dann eine Amsel, sie singt ihre wunderschönen Strophen.

Wenn der Abend lau ist und der Frühling im Land, singen die Amseln die schönsten Lieder,
mehr, mehr, versinken in diesem Geräusch. Nur hören?
Nur hören, hören, hören.

 

Ich sitze und höre.

 

 

 

 

 

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